Am 08.03. fanden in Bayern die Kommunalwahlen statt. Diese waren auch Richtungswahlen für die Jugend: In keiner anderen Wahl wird über deren Lebensrealität so unmittelbar entschieden. Wir befassen uns als BDKJ Bayern daher mit der Frage: Was benötigen junge Menschen, um sich erfolgreich auf der politischen Kommunalebene zu beteiligen?

Ein JA(hr) für Demokratie ist eine gemeinsame Kampagne der EJB und des BDKJ Bayern, die junge Menschen dazu ermutigt, Demokratie zu leben, zu gestalten und zu verteidigen – im Alltag, in ihren Jugendverbänden und – ganz konkret anstehend – bei der Kommunalwahl im März 2026.
Demokratie funktioniert nur, wenn sich Menschen immer wieder bewusst für sie entscheiden: Wir können niemanden zur Demokratie zwingen – aber wir können Lust darauf machen, Verantwortung zu übernehmen, mitzureden und die eigene Stimme zu nutzen. Genau dazu möchte diese Aktion einladen: zum Mitmachen, Mitreden und Mitgestalten.
Ein JA(hr) für Demokratie – Demokratie im Jugendverband leben
Aus einem gemeinsamen Impuls der Evangelischen Jugend Bayern (EJB) und des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Bayern bei der Ökumenischen Jugendkonferenz 2025 entstand die Kampagne „Ein JA(hr) für Demokratie“. Ursprünglich mit Blick auf die Kommunalwahl 2026 gestartet, lädt sie junge Menschen auch weiterhin dazu ein, Demokratie im Alltag und in ihren Jugendverbänden aktiv zu leben, mitzugestalten und zu verteidigen.
Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit. Sie lebt davon, dass Menschen sich immer wieder bewusst für sie entscheiden. Junge Menschen tun das, wenn sie Verantwortung übernehmen, sei es in der Jugendarbeit, in ihren Verbänden, in Vereinen oder in ihren Gemeinden. Demokratie kann man nicht verordnen, aber man kann Begeisterung dafür wecken: durch Räume, in denen Beteiligung möglich ist, durch offene Diskussionen und durch ermutigende Vorbilder.

Damit das gelingt, haben wir eine Methodensammlung entwickelt, die Demokratie erlebbar macht. Sie umfasst eine Vielzahl praxisnaher Materialien – von (Plan-)Spielen und Veranstaltungsideen über Gruppenstunden und Gesprächshilfen bis hin zu Social-Media-Vorlagen und Beispielen für Formate, die sich vor Ort leicht umsetzen lassen. Die Sammlung ist so aufgebaut, dass sie sowohl für erfahrene Gruppenleitungen als auch für Neueinsteiger*innen geeignet ist und unterstützt dabei, Beteiligung vor Ort konkret anzustoßen und nachhaltig zu vertiefen. Mit diesen Angeboten wird Beteiligung konkret: in der Jugendgruppe, bei Freizeiten, im öffentlichen Raum oder in der kirchlichen Bildungsarbeit. Die Sammlung ist auf unserer Homepage zu finden und wird kontinuierlich erweitert. Über einen Newsletter bleiben Interessierte stets auf dem Laufenden.
Die Bedeutung dieser Bildungsarbeit wird auch durch aktuelle Zahlen unterstrichen: Der im Herbst 2025 veröffentlichte Demokratiereport für Bayern zeigt, dass zwar eine große Mehrheit die Demokratie als wichtig erachtet, das Vertrauen in ihre konkrete Umsetzung jedoch sinkt. Viele junge Menschen wünschen sich mehr Möglichkeiten, demokratische Prozesse direkt zu erleben und mitzugestalten. Genau hier setzen wir als Jugendverbände an, indem wir Erfahrungsräume schaffen, in denen demokratisches Handeln selbstverständlich wird und Selbstwirksamkeit wächst. Die Kampagne versteht sich deshalb auch als Antwort auf gesellschaftliche Spannungen und als Einladung, demokratische Werte aktiv zu stärken.
Was uns dabei wichtig ist: Demokratie beginnt nicht erst im Wahljahr und endet auch nicht am Wahltag. Demokratie begegnet uns tagtäglich in unserem Alltag. Wer erlebt, dass die eigene Meinung zählt, dass Kompromisse möglich sind und dass Verantwortung geteilt wird, stärkt die demokratische Kultur, auch über die Wahlurne hinaus. Wir als Jugendverbände bieten genau solche Lern- und Erfahrungsräume: Dort wird ausprobiert, diskutiert, abgestimmt und gemeinsam entschieden. Diese alltäglichen demokratischen Erfahrungen prägen nachhaltig und zeigen jungen Menschen, dass sie selbst etwas bewegen können, unabhängig davon, ob es um eine Gruppenstunde, ein Projekt im Ort oder eine konkrete politische Frage geht.

Gerade in unseren Jugendverbänden zeigt sich jeden Tag, was demokratische Bildung in der Praxis bedeutet: Junge Menschen erleben, dass ihre Stimme zählt, übernehmen Verantwortung und gestalten gemeinsam Entscheidungen. Unsere Verbände sind damit echte Werkstätten der Demokratie. Sie sind Räume, in denen Beteiligung nicht nur vermittelt, sondern ganz konkret gelebt wird. Diese Erfahrungen stärken Vertrauen, fördern Selbstwirksamkeit und machen deutlich, dass Demokratie dort beginnt, wo junge Menschen ernst genommen werden und auf Augenhöhe mitgestalten können.
Die Materialien der Kampagne verstehen sich dabei bewusst als Einladung zum Ausprobieren und Weiterdenken. Sie sollen nicht einfach „abgearbeitet“ werden, sondern euch dabei unterstützen, eigene Ideen zu entwickeln und Demokratie in euren eigenen Kontexten sichtbar zu machen. Jede Gruppe, jede Aktion und jeder Verband bringt dabei eigene Perspektiven mit. Genau darin liegt die Stärke unserer Jugendverbandsarbeit. Denn Demokratie lebt davon, dass Beteiligung vor Ort unterschiedlich aussehen darf und von jungen Menschen aktiv gestaltet wird.
Jetzt seid ihr gefragt: Nutzt die Materialien, probiert Methoden aus und bringt das Thema Demokratie in eure Gruppenstunden, Freizeiten und Aktionen vor Ort. Nicht alles muss groß sein. Oft reicht schon ein gutes Gespräch, eine mutige Frage oder ein kleiner Impuls, um Beteiligung anzustoßen. Jede Aktion zählt. Denn Demokratie lebt davon, dass wir sie gemeinsam gestalten, Tag für Tag, in unseren Verbänden und weit darüber hinaus.
